Teil 31
Bildbearbeitung

Das Farbmanagement:

Was versteht man darunter und wie geht man damit um? Fangen wir mal von ganz vorne an. Wir fotografieren ein Bild mit einer digitalen Kamera. Schon hier ergeben sich unterschiede zwischen dem originalem Objekt der Begierde und dem, was die Kamera auf einer Speicherkarte abspeichert. Je besser die Qualität des Objektives und der Kameraelektronik, desto präziser werden die Bilddaten abgespeichert. Nun kopieren wir die Bilder auf den Rechner, hier liegen sie also so vor, wie die Kamera sie gespeichert/interpretiert hat. Öffnen wir nun das Bild mit einem Programm, so wird das Bild so wiedergegeben, wie es der Monitor anzeigen kann und wie das Programm meint, dass das Bild aussehen muss. Hört sich verrückt an? Ist aber so. Danach will man das Bild noch ausdrucken. Auch der Drucker interpretiert das Bild anders, als es im Original war und/oder wir es am Monitor gesehen haben.

Was kann man dagegen tun?

OK, bei der Kamera kann man hochwertige DSLRs nutzen, die ein Motiv rel. genau speichern können. Beim Monitor siehts schon anders aus. Hier hilft wirklich nur das Kalibrieren mit speziellen Colorimetern. Wir haben seit kurzem das DTP94 mit der IColor Display-Software von Quato im Einsatz, weil man damit auch Wide-Gamut-Monitore gut kalibrieren kann. Das aber nur am Rande, auch in einem Test der Mac-Life war diese Kombination sehr gut, trotz des rel. niedrigen Preises.

Den Monitor kalibrieren, warum?

Dazu schaue man sich mal ein und das selbe Bild an verschiedenen Monitoren an. Man wird feststellen, dass es überall anders aussieht. Nicht nur Unterschiede in der Helligkeit, im Kontrast, nein vor allem auch in der Farbwiedergabe sieht man große Unterschiede. Will man nun eine verlässliche Bildanzeige auf einem Monitor, so ist hier zwingend eine Kalibrierung angesagt.Wenn alle user einen kalibrierten Monitor nutzen würden, so würden sie auch alle ein und das selbe Bild gleich sehen können!

Nach dem Kalibrieren des Monitors wird ein sog. ICC-Profil erstellt, welches dann in der Farbverwaltung abgespeichert werden sollte. Bei Windows findet man das unter Eigenschaften von Anzeige, Einstellungen, Erweitert, Farbverwaltung. Dort sollte dann ein solches Profil auftauchen.

Nun sehen wir alles korrekt!? Nein, nun gehts weiter im Text. Um Bilder nun mit korrekten Farben sehen zu können, muss man ein Programm nutzen, welches mit Farbmanagement etwas anfangen kann. Nur dann werden die Farben korrekt dargestellt. Ja, ich gebs zu, das ist schon verwirrend. Unter Windows kann weder die Bild und Faxanzeige, noch der Internetexplorer etwas mit einem Farbmanagement anfangen, die Farben werden nicht so dargestellt, wie sie sein müssten. Spezielle Bildbearbeitungsprogramme können dies aber, so z.B. Photoshop. Schon in der Standardeinstellung von Photoshop werden beim Öffnen eines Bildes das ICC-Profil berücksichtigt, das Bild wird so korrekt wie möglich angezeigt. Wie, nur so korrekt wie möglich? Ja, je schlechter der Monitor, desto schlechter wird das Bild angezeigt werden können. Ist doch klar, wenn der Monitor Farben nicht richtig interpretieren kann, so kann er sie auch nicht korrekt anzeigen. Dafür gibts aber hochwertige Monitore, wir verwenden dazu z.B. einen NEC 2690 WUXI, der auch den AdobeRGB-Farbraum fast in Gänze abdeckt! gehen wir von einem guten Mnitor aus, also kein TN-Panel, sondern PVA, oder S/H-IPS-Panel. Am Besten noch mit einer internen Farbtabelle mit 10 und mehr Bit Genauigkeit ( LUT ), dann werden Farben auch korrekt dargestellt. Wir öffnen das Bild z.B. mit Photoshop, sehen es auf Grund der Monitorkalibrierung farblich korrekt. Nun wollen wir es abspeichern, weil wir das Bild für unsere Website bearbeitet haben. dazu nutzen wir die Vorschau bei “Für Web und andere Geräte speichern”. Oh Schreck, das sieht aber anders aus, als wir das Bild in Photoshop gesehen haben! warum ist dies so? Nun, in der Voreinstellung ist für die Vorschau standardmässig “Nicht kompensierte Farben” eingestellt, sprich, hier wird das erstellt Farbprofil nicht verwendet! Möchten wir das Bild so sehen, wie es in Photoshop bearbeitet wurde, so wählt man die Einstellung “Dokument-Farbprofil verwenden”.

Schauen wir uns das nachfolgende Bild in der Windows Bild und Faxanzeige, oder unter Windows im Internetexplorer an, so sehen wir die Farben extrem gesättigt, zumindest user mit einem Monitor, der einen sehr großen Farbraum abdeckt. Auf normalen Monitoren sieht man das nicht so deutlich. Das Bild mit einem Browser, der Farbmanagement versteht, sieht dagegen aus, wie im Original. Welcher Browser kann dies? Nun, z.B. der Firefox 3 als RC kann dies, wenn man es aktiviert hat. Dazu läd man sich den Firefox 3 als RC down. Nach der Installation geibt man in der Adresszeile folgendes ein: "about:config", die nachfolgende Nachfrage, bestätigen und danach den Eintrag "gfx.color_management.enabled" aktivieren. Den Browser schließen und neu starten, danach ist das Farbmanagement aktiviert. Nun betrachte man dieses Bild mal mit dem IE und dem Firefox. Der Unterschied ist sofort ersehbar. Nur im Firefox wird das Bild korrekt dargestellt! Dies aber auch nur dann, wenn ein Farbmanagement besteht, d.h. ein ICC-Profil in der Farbverwaltung eingetragen ist!!!!

Zusammenfassung:

Nur mit kalibrierten Geräten kann man, so das verwendete Programm das ICC-Profil nutzen kann, eine korrekte Farbdarstellung nutzen! Sind alle Geräte farblich aufeinander abgestimmt und kalibriert, so erhält man in jedem Medium die gleiche, korrekte Farbanzeige, ob nunin der Kamera, am Monitor, am Scanner, oder am Drucker!

Das bedeutet aber auch, dass beim Speichern unbedingt das ICC-Profil mit gespeichert werden muss, sonst erkennt Photoshop oder ein anderes Bildbearbeitungsprogramm natürlich das korrekte Profil nicht

Um einen möglichst großen Farbraum abzudecken, gehen wir nun einen Schritt weiter. Wir fotografieren nicht mehr im sRGB-Farbraum, sondern im RGB-Farbraum, der ein wesentlich größeres Spektrum an Farbnuancen darstellen kann. Zur Bildbearbeitung in Photoshop nutzen wir folgende Einstellungen:

Die folgenden Einstellungen sollten immer wie abgebildet eingestellt sein. Nur so erreicht man einen Workflow, der immer im gleichen Farbraum, ob nun AdobeRGB, oder sRGB, abgebildet wird.

Wir schauen uns zum Vergleich einmal verschiedene Einstellungen an:

Rose via Fuji-Hyperutility aus RAW in AdobeRGB umgewandelt und als AdobeRGB gespeichert

Die Tonwertkurven dazu, man sieht am linken und rechten Rand noch Potenzial!

Rose via Fuji-Hyperutility aus RAW in sRGB umgewandelt und als sRGB gespeichert

Die Tonwertkurve dazu, deutlich zu sehen, dass zum rechten Rand hin, gerade bei Rot eine Übersättigung eintritt.

Rose via Fuji-Hyperutility aus RAW in Adobe RGB umgewandelt, eine Tonwertkorrektur vorgenommen und als RGB gespeichert

Tonwertkurve dazu

Zusammenfassend kann man folgendes aussagen:

- nur kalibrierte Geräte erlauben eine korrekte Farbabbildung
- je höherwertig die Hardware, desto genauer die Farbabbildung
- korrekte Farbabbildung ist nur bei Programmen mit Farbmanagement möglich

Nun nochwas zum Schluß. Fürs Web und auch für normale Fotoabzüge sollte sRGB als Farbraum verwandt werden, mit ihm kommen die meisten user zurecht und 95% der Farblabore nutzen nur den sRGB-Farbraum, andere Farbräume werden einfach nicht beachtet, was wieder neue Farbabweichungen mit sich bringt. Die Einstellungen in Photoshop sehen dann wie folgt aus:

Nur mal so für user, die keinen Monitor mit großem Farbraum und keine Kalibrierung einsetzen, so würde die Rose sonst auf einem Wide Gamut-Monitor im IE aussehen :

Viel Spass noch..