Teil 18
Bildbearbeitung

Clerasil und viele Pixel….

Die Marketingabteilungen arbeiten mit Hochdruck, uns, den Usern soll endlich klar werden, dass nur der Megapixelwahn das Allheilmittel der digitalen Fotographie ist. Doch was ist wirklich daran? Benötigen wir für einen 10x15er Papierabzug wirklich 8 Megapixel? Werden die Bilder durch mehr Pixel besser?

An dieser Stelle möchte ich einmal Licht ins Dunkle bringen.

Dazu müssen wir uns einmal ein paar grundlegende Fakten anschauen.

Gute Drucker besitzen heute eine Auflösung von 300 dpi, dass heißt, 300 Bildpunkte pro Zoll, also 2,54 cm. Das ist übrigens auch der Standard in der Imagingbranche.

Wenn wir uns nun einmal anschauen, dass moderne 8 Megapixelsupercams eine Auflösung von 3.264 x 2.448 Bildpunkten besitzt und wir uns nun an die Druckauflösung von 300 dpi erinnern, so stellen wir fest, man könnte damit Bilder in folgender Größe erhalten könnten:

3264 : 300 = 10,88   10,88 x 2,54cm ergeben eine Bildlänge von 27,64 cm Länge

2448 : 300 =   8,16     8,16 x 2,54cm ergeben eine Bildlänge von 20,73 cm Länge

Bedenkt man nun, dass wir nur Abzüge in der Größe 9 x 13cm verwenden, so erlangen wir dies schon mit einer Auflösung von 2 Megapixeln!!!

Eine Erhöhung der Bildauflösung bringt keinen Vorteil, da die Druckauflösung von 300 dpi ja nicht geändert wird! Wir verschenken einfach Zeit und Speicherkapazität!

Es gibt aber nicht nur Nachteile der hohen Bildauflösung. Wenn ich große Vergrößerungen haben möchte, so bin ich zwingend auf eine hohe Bildauflösung angewiesen. Auch habe ich so die Möglichkeit, das Bild bei der EBV zu „beschneiden“, um Ausschnitte hervorzuheben.

 

Wir sehen, alleine die „Megapixelangabe“ sagt nicht viel aus. Vergleichen sie einmal mehrere Kameras mit gleicher Auflösung und die Datengröße eines Bildes, sie werden staunen. Die Kamera XY benötigt für ein 5 Megapixelbild nur 1 MB und speichert unheimlich schnell, Kamera YZ benötigt für die selbe Bildgröße 4 MB und lässt sich beim Speichern Zeit. Was ist geschehen? Ganz einfach, meist werden die Bilder im JPG-Format gespeichert. Dabei wird das Bild aber unterschiedlich stark komprimiert, was aus den Dateigrößen zu ersehen ist. Je höher die Komprimierungsstufe, desto kleiner die Bilddatei, desto mehr Artefakte werden aber ersichtlich. Das kann z.B. bedeuten, dass ein Bild der Kamera YZ gut 20 x 30cm aufs Papier gebracht werden kann, das Bild der Kamera XY hingegen wirkt ausgefranst und hat sichtbare Artefakte, ist sogar unbrauchbar, obwohl beide Kameras in der gleichen Auflösungsliga mitspielen!

Hochwertige Kameras bieten die Möglichkeit der Speicherung als TIFF oder sogar als RAW-Format. Diese Dateigrößen können schon mal 25 MB groß werden. Mit solchen Daten lassen sich in der EBV ganz andere Ergebnisse erzielen, als dies mit einer 5 Megapixel-Datei mit 1 MB möglich wäre!

Als Beispiel darf ich hier den hervorragenden JPG-Modus der Nikon Coolpix 8800 anführen, der eine Dateigröße von bis zu 9 MB erzeugt!

Doch dies alles hat mit der Bildqualität nichts zu tun, es geht dabei lediglich um die maximale Bildgröße, mehr nicht!

Die Qualität der Bilder ist von ganz anderen Faktoren abhängig.

-          Güte und Größe des CCD-Chips
-          Güte der internen Bildverarbeitung
-          Güte der Optik
-          Können des Fotographen